By Wolfgang Fiegenbaum

Die Behandlung von Angsten und Phobien gehort seit Beginn der Entwicklung und Oberpriifung therapeutischer Methoden zu den bedeutenden Forschungsbe­ reichen der klinischen Psychologie. Kaum ein anderer Forschungsbereich vermag ein derart vollstiindiges Abbild der methodischen und theoretischen Entwicklun­ gen und Stromungen der Therapieforschung in den letzten 20 Jahren zu geben. Dies sei an zwei Beispielen aus dem Gegenstandsbereich dieser Arbeit aufge­ zeigt. Die erst en Untersuchungen zu Wirkvariablen von Konfrontationstherapien bei angstmotlVlertem Vermeidungsverhalten wurden mit Tierexperimenten und Therapieanalogstudien durchgefiihrt. Die Zweifel an der Obertragbarkeit der Ergebnisse auf die Behandlung komplexer psychischer Storungen fiihrten dazu, daB mittlerweile kontrollierte klinische Untersuchungen mit schwer gestorten Klienten (vorwiegend Agoraphobikern) deutlich iiberwiegen. Parallel zu dem veriinderten methodischen Herangehen wurden auch die Erkliirungskonzepte psychischer Storungen komplexer: Wiihrend in den 60er Jahren Modelle mit wenigen beobachtbaren Variablen zur Erkliirung von Angstphiinomenen verwen­ det wurden, gewannen in der zweiten Hiilfte der 70er Jahre u.a. kognitive Theorien an Bedeutung. In jiingster Zeit richtet sich das Forschungsinteresse hier auf die liingerfristigen Handlungspliine des Individuums, seine konkreten Lebensbedingungen und sein soziales Umfeld. Die komplexer werdenden Sichtweisen psychopathologischer Phiinomene fiihr­ ten zwangsliiufig zu komplexeren Behandlungsangeboten und zur Oberpriifung der Auswirkungen von Therapien auf die verschiedensten Lebens- und Storungs­ bereiche. Der Enthusiasmus z.B. der friihen Verhaltenstherapie ist Zweifeln gewichen, ob einfache Techniken fiir komplexe Storungen hinreichend sind. Auch wir haben in diesem Sinne in der vorliegenden Untersuchung das Angebot einer Konfrontationstherapie fiir Agoraphobien urn eine problemloseorientierte Gruppentherapie erweitert.

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Anleihenbewertung auf unvollkommenen Kapitalmärkten

Dr. Norbert Klink promovierte am Lehrstuhl von Professor Dr. Heinz-Günter Geis der Freien Universität Berlin.

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Emotionen werden dabei als komplexe Reaktionsmuster mit kogni- tiven, betrachtet. motorischen und physiologischen Korrelationen LAZARUS definiert Angst als eine Emotion, die entsteht, wenn die Bewertung einer Situation diese als bedrohlich erscheinen laBt und die Meglichkeiten zur Beseitigung der Gefahr als unzureiehend eingeschatzt werden. Die Bewertung enthalt symbolische, antizipatorische und mehrdeutige Elemente: - Symbolisch bedeutet, daB angsterzeugende Bedrohungen sich in der Regel nicht auf konkrete physische Beeintrachtigungen beziehen, sondern auf Vorstellungen, Konzepte und Wertsysteme einer Person.

Verglichen mit den Paaren der Konfliktgruppe bestehen bei den Phobikerinnen in ahnlich vielen Bereichen VeranderungswUnsche an den Partner, die sie jedoch weitaus seltener ihm gegeniiber auBern. - Die Manner der Agoraphobikerinnen treffen haufiger alleine Entscheidungen als die der normalen Kontrollgruppe und der Idealpaare. Auch diesbeziiglich haben die Agoraphobikerinnen Ande- rungswUnsche, die sie dem Partner gegeniiber selten auBern. Wie COLLIN & DANE berichten auch HAFNER(1976), HAND & LAMONTAGNE (1976), GOODSTEIN & SWIFT (1977) FODOR (1979), daB Agoraphobikerinnen und GOLDSTEIN iiberzufallig haufig iiber Unzufriedenheit mit ihrer Ehe bzw.

In vielen Fallen fehlt jegliche Kontroll- gruppe. Nur COLLIN & DANE (1979) verwenden neben einer normalen Kontrollgruppe auch eine Kontrollgruppe In Vergleiehen mit normalen mit Partnerschwierigkeiten. , 1977; AGULlNK, 1970) erweisen sich die Ehemanner der Agoraphobikerinnen in ihrer Persanlickeit als relativ stabil und wenig gestart. itzt die wird, ist nieht gerechtfertigt. ibersehen ist jedoch der Befund, daB ein Teil der Agoraphobikerinnen mit ihrer Ehe unzufrieden ist. Ungeklart bleibt dabei die Frage, ob die Beziehungsschwierigkeiten und die Agoraphobie in einem Kausaizusam menhang stehen und in welcher Richtung gegebenenfalls eine Kausalitat besteht.

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